Weltbevölkerung wächst bis 2050 stärker als angenommen auf 9,6 Milliarden Menschen

Die Weltbevölkerung wird von heute fast 7,2 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2050 auf voraussichtlich 9,6 Milliarden Menschen wachsen. Mit dieser neuen Projektion korrigieren

die Vereinten Nationen ihre Hochrechnungen aus dem Jahr 2011 um rund 250 Millionen Menschen nach oben

Berlin, 13. Juni 2013. Die Weltbevölkerung wird von heute fast 7,2 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2050 auf voraussichtlich 9,6 Milliarden Menschen wachsen. Mit dieser neuen Projektion korrigieren die Vereinten Nationen ihre Hochrechnungen aus dem Jahr 2011 um rund 250 Millionen Menschen nach oben – unter anderem weil die Fertilitätsraten weniger stark sinken als noch vor zwei Jahren angenommen. Im Jahr 2100 werden voraussichtlich 10,9 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Das zeigen die aktuellen Weltbevölkerungsprojektionen der Vereinten Nationen, die die Stiftung Weltbevölkerung heute in Berlin vorstellt.


Das Bevölkerungswachstum der Zukunft findet fast ausschließlich in den Entwicklungsländern statt. In Afrika wird sich die Bevölkerung von heute 1,1 Milliarden auf voraussichtlich knapp 4,2 Milliarden Menschen im Jahr 2100 vervierfachen. In Europa hingegen wird die Bevölkerung abnehmen: Leben hier heute noch 742 Millionen Menschen, werden es am Ende des Jahrhunderts voraussichtlich nur noch 639 Millionen Menschen sein – das entspricht einem Rückgang um 14 Prozent.


Bevölkerungswachstum durch Mangel an Familienplanung          

       
„Die Bevölkerung wächst in den ärmsten Ländern der Welt am schnellsten“, erklärt Professor Thomas Büttner, früherer Leiter der UN-Bevölkerungsstudien. „In Ländern wie Malawi, Nigeria und Uganda werden bis 2100 rund fünfmal mehr Menschen leben als heute – vorausgesetzt, dass die Fertilitätsraten in diesen Ländern zurückgehen. Wenn die Bevölkerung weiterhin so schnell wachsen würde wie heute, wären es zum Beispiel in Uganda sogar mehr als 30-mal so viele Menschen. Die Entwicklungschancen würden eingeschränkt und die Armutsbekämpfung erheblich erschwert.“


Die UN-Projektionen basieren auf der Annahme, dass die durchschnittliche Fertilität in den Entwicklungsländern von heute 2,6 Kindern pro Frau auf zwei Kinder im Jahr 2100 sinken wird. Bedingung dafür ist, dass Frauen in Entwicklungsländern einen besseren Zugang zu Aufklärung und Verhütung erhalten.


„Tatsächlich aber ist freiwillige Familienplanung in Entwicklungsländern Mangelware“, sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung. „Jedes Jahr werden rund 80 Millionen Frauen in Entwicklungsländern ungewollt schwanger – vor allem weil sie nicht verhüten können. Dabei ist Familienplanung ein Menschenrecht und zugleich eine der wirksamsten und kosteneffektivsten Maßnahmen zur Armutslinderung. Denn wenn Frauen und Mädchen frei darüber entscheiden können, wann und wie viele Kinder sie bekommen, sind sie gesünder, haben bessere Bildungschancen, und sie sind wirtschaftlich produktiver. Die Entwicklungschancen armer Länder verbessern sich dadurch deutlich. Deshalb ist es so wichtig, dass das Thema freiwillige Familienplanung in die neue Entwicklungsagenda einfließt.“


Die Menschheit wird immer älter  

 
Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen weltweit von heute 70 Jahren auf 82 Jahre im Jahr 2100 steigen wird. In Industrieländern werden die Menschen dann voraussichtlich 89 Jahre alt werden – und damit elf Jahre älter als heute. Weltweit wird das Medianalter, das die Bevölkerung in eine jüngere und eine ältere Hälfte teilt, von heute 29 Jahren bis 2100 auf voraussichtlich 41 Jahre steigen.


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