Eine Idee entsteht - der Jugendklub
Eine Klassenkameradin ist schwanger geworden und musste die Schule
verlassen. Ein Verwandter ist an Aids gestorben, an „der Krankheit, die
dünn macht“, wie es heißt. Dies sind alltägliche Erfahrungen von
Jugendlichen in Afrika. Am Anfang sind es meist nur eine Handvoll
Jugendlicher, die gemeinsam etwas verändern wollen. Sie organisieren in
einem Jugendklub und versuchen Gleichaltrige für ihre Idee zu gewinnen.
Sie wollen mehr wissen über Themen wie Pubertät, Sexualität, Verhütung
und Aids. Und sie wollen andere aufklären.
Jugendliche dort abholen, wo sie sind
Die selbst organisierten Klubs geben den Jugendlichen die Gelegenheit,
unter sich zu sein und „heiße“ Themen wie Sexualität und Verhütung
offen zu diskutieren. Die DSW bildet Klubmitglieder zu Jugendberatern
aus, die ihr Wissen an Gleichaltrige in ihrem Umfeld weitergeben. So
kann Aufklärung dort stattfinden, wo Jugendliche sich treffen: auf dem
Sportplatz, auf der Straße oder in der Schule.
Gemeinsam lernen, das Schweigen zu brechen
Uganda: Sherina hat es geschafft. Sie darf sich nun stolz
Jugendberaterin nennen nach dem intensiven Training für Klubmitglieder
in Kampala. Mittlerweile hat sie zehn Jungen und Mädchen in ihrer
Lerngruppe um sich geschart. Sie treffen sich reihum bei einem von
ihnen zu Hause. Und dann geht es richtig zur Sache! Mit dem
DSW-Aufklärungshandbuch auf den Knien sitzen sie da und diskutieren.
Lachen zusammen über eigene heimliche Vorstellungen und gängige Mythen
und lesen nach, wie es wirklich ist.
Anlaufstelle für Fragen rund um Verhütung
Äthiopien: Sie kommen, zögernd und etwas verschämt, aber sie kommen.
Der Jugendklub in Nazareth steht jedem offen. Wer sich nicht traut,
seine Fragen direkt zu stellen, kann sie aufschreiben und einen Zettel
in die kleine Box neben dem Eingang stecken. Die Antwort findet sich
dann später auf der großen Infowand. Tadesse hat als Klubleiter schon
einige Schulungen zu Gesundheitsfragen hinter sich und übernimmt einmal
in der Woche die Beratungsgespräche – unter vier Augen, versteht sich.
Wo kann man sich behandeln lassen oder einen Schwangerschaftstest oder
HIV-Test machen lassen? Tadesse weiß immer eine Antwort.
Mit Theater und Musik: Aufklärung, die ankommt
Kenia: Endlich ist genug Geld für Benzin zusammengekommen.
Musikinstrumente und Kostüme sind verstaut. Die Fahrt mit dem Bus kann
losgehen. Eine Schule im nahen Ochienga hat eingeladen. Bei der Ankunft
sind schon alle Jungen und Mädchen auf dem Schulhof versammelt. In
langen Reihen hocken sie da, gespannt auf das, was kommt. Nach dem
ersten Lied kommt Stimmung auf. Witzige Texte mit einer klaren
Botschaft. Es geht um Aids. Gespannt folgt das junge Publikum dann dem
Theaterstück über Adongo, die nicht gelernt hat „nein“ zu sagen. Der
ältere Herr gibt ihr Geld. Ein paar Monate später ist sie schwanger… Am
Schluss der Veranstaltung bleiben ein paar Jugendliche zurück und
sagen: „Wir wollen das auch machen.“ Ein neuer Klub ist geboren.
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